Technik-Steckbrief

Unimog U 52 (Baureihe 421)

Der Unimog U 52 (Verkaufsbezeichnung auch U 600) gilt als die wichtigste und erfolgreichste Variante der Baureihe 421. Mit der Einführung des OM 616-Motors erhielt der kompakte Unimog endlich die Kraft, die viele Anwender zuvor beim U 40 und U 45 vermisst hatten. Der U 52 gilt deshalb als das technisch ausgeglichene Modell der Reihe – stark genug für kommunale Aufgaben, leicht genug für Landwirtschaft, Forst und alpine Einsätze.


Einordnung und Bauzeit

  • Modell: Unimog U 52 bzw. U 600
  • Baureihe: 421
  • Produktion: ab 1970/71
  • Motor: OM 616, 52 PS (38 kW) bei 3.000 1/min
  • Positionierung: Nachfolger des U 40/U 45, unterhalb des U 60

Der U 52 ersetzte den U 45 als „Standard-421“ und wurde aufgrund seiner Leistungsreserve zum meistgekauften Modell innerhalb der Baureihe.


Motorisierung: OM 616 (52 PS)

Der OM 616 markiert den entscheidenden technischen Sprung in der 421er-Baureihe. Er stammt aus dem Mercedes-Pkw-Programm (240D), wurde jedoch umfangreich für den Unimog angepasst.

Technische Daten OM 616 – Unimog-Version (52 PS)

  • Bauart: 4-Zylinder-Vorkammerdiesel
  • Hubraum: 2.404 cm³
  • Bohrung x Hub: 90,9 mm × 92,4 mm
  • Leistung: 52 PS bei 3.000 1/min
  • Drehmoment: 135 Nm bei 1.900 1/min
  • Verdichtung: 21:1
  • Gewicht Motor: ca. 195 kg
  • Öldruck: 2–5 bar
  • Kühlwassertemperatur: 80–90 °C

Unimog-spezifische Modifikationen am OM 616

  • geänderte Ölwannenausführung
  • robuste Motorlager für Geländeeinsatz
  • modifizierte Einspritzpumpe
  • Unimog-spezifische Lüftergeometrie

Damit verbindet der U 52 Pkw-Laufruhe mit echter Nutzfahrzeughaltbarkeit.


Getriebe, Antrieb und Fahrwerk

Der U 52 übernimmt die Grundkonstruktion des klassischen Unimog-Konzepts: Leiterrahmen, Portalachsen, zuschaltbarer Allrad und verwindungsfähige Konstruktion für schweres Gelände.

Getriebe

  • Basisgetriebe mit Straßen- und Ackergängen
  • optional erweiterbar durch:
    • Vorschaltgruppe
    • Kriechgänge (unter 1 km/h möglich)
  • Synchronisierungen wie in der späten U 411-Generation

Achsen

  • Portalachsen, ursprünglich aus dem U 411-Konzept weiterentwickelt
  • hohe Bodenfreiheit durch Portalgetriebe
  • sperrbare Differenziale vorne und hinten

Hydraulik (bei meinem U 52 nicht vorhanden)

  • Front- und Heckanschlüsse
  • Kraftheber möglich
  • typische Einsätze: Landwirtschaft, Forst, Kommunaltechnik

Abmessungen und Aufbau

Radstand

  • 2.250 mm (Standard für U 52)

Pritsche

  • Innenmaße: ca. 1,475 m × 1,50 m
  • Fläche: ca. 2,2 m²
  • Nutzlast: ca. 1.250–1.350 kg
  • starre Pritsche (mit Hydraulik auch als Dreiseitenkipper möglich)

Fahrerhaus und Ergonomie

Der U 52 profitierte von der deutlich überarbeiteten Kabine der 421er-Serie:

  • rund 20 % mehr Innenraumvolumen als beim U 411
  • verbesserte Rundumsicht durch um 30 % größere Glasflächen
  • hängende Pedalerie (Kupplung und Bremse) nach Lkw-Art
  • Option: offenes Fahrerhaus oder Ganzstahlkabine
  • Stahlkabine hochklappbar für Wartungsarbeiten

Das macht den U 52 komfortabler, leiser und alltagstauglicher als ältere Modelle.


Einsatzbereiche

Der U 52 war das universellste Modell der 421-Familie. Typische Einsatzgebiete:

  • Landwirtschaft (Mähen, Pflügen, Transport)
  • Kommunaltechnik (Winterdienst, Mähgeräte, Kehrmaschinen)
  • Forst und Gebirge
  • leichte Bauarbeiten
  • Geräteeinsatz über Zapfwellen und Hydraulik

Warum der U 52 heute so beliebt ist

Viele Unimog-Enthusiasten bevorzugen den U 52 gegenüber U 40 und U 45 – und auch oft gegenüber dem kräftigeren U 60:

  • ausreichend Leistung für moderne Einsätze
  • kompakte Abmessungen – leichter als U 60
  • gute Teileversorgung dank OM 616
  • großes Angebot an Anbaugeräten
  • günstigere Anschaffungskosten als U 406/U 403

Der U 52 gilt damit als der „vernünftigste“ klassische Klein-Unimog.



Weitere Informationen zur Baureihe 421 sind auch bei Wikipedia zu finden.