Der Unimog U 52 (U 600 laut Zulassung) verfügt bereits über ein gültiges H-Gutachten, dennoch besteht – wie bei vielen historischen Fahrzeugen – weiterhin Restaurierungsbedarf. Der vorhandene Lack zeigt deutliche Gebrauchsspuren aus früheren Einsätzen und wird im Zuge der Aufarbeitung erneuert.
Im Originalzustand waren Fahrerhaus und Brücke in derselben Farbe lackiert, während das Chassis schwarz ausgeführt wurde. Da das ursprüngliche Daimler-Rot heute nicht mehr erhältlich ist, erfolgt die Neulackierung in RAL 3005 (Weinrot).
Das Dach des Fahrerhauses wird schwarz lackiert, entsprechend einer bereits früher begonnenen Restauration. Um die Optik harmonischer zu gestalten, wird die Brücke leicht vom Original abweichend ausgeführt: Die Bretter der Bordwände erhalten den Farbton RAL 3005, während die Brücke selbst sowie sämtliche Beschläge in Schwarz gehalten werden.
So entsteht ein stimmiges Erscheinungsbild, das historische Anmutung mit einer ansprechenden, zeitlosen Optik verbindet.
ENTWURF

FERTIG

Stand des Blog: 10.4.26
- 17/07/26
Bereits zum zweiten Mal seit der Wiederinbetriebnahme wurde ein kompletter Schmierdienst durchgeführt. Geplant ist, diesen künftig im Abstand von etwa zwei Monaten zu wiederholen. Die Schmierstellen wurden mittlerweile dokumentiert und die Schmiernippel entsprechend markiert.

- 10/4/26
Die Elektroverkabelung für das Druckluftrelais des Horns wurde installiert. Das Horn selbst wurde wieder montiert, und die Druckluftleitung zum Horn wurde steckbar ausgeführt, sodass die Brücke weiterhin problemlos gekippt werden kann.




Die Auflagen für die Bordwandverriegelungen wurden wieder montiert und zusätzlich mit Ketten zur Sicherung der Verriegelung versehen.




Der Sicherungsbolzen für die vordere Schleppvorrichtung wurde ebenfalls erneuert. Zusätzlich wurde er mit einem Gummiüberzug versehen, um Klappergeräusche zu reduzieren.


Im Fahrerhaus wurde eine Halterung montiert, um beispielsweise bei längeren Fahrten eine JBL-Box sicher befestigen zu können. Die benötigten Bohrungen im Fahrerhaus waren bereits vorhanden, da dort vermutlich früher ein Verbandskasten montiert war. Die Halterung wurde anhand der vorhandenen Maße sowie der Abmessungen der JBL-Box selbst konstruiert und im 3D-Druck gefertigt.
Die 3D Druckdaten für Halterung kann bei Thingiverse heruntergeladen werden.
https://www.thingiverse.com/thing:7331592
Da es sich um einen Oldtimer mit entsprechend zeittypischen Abgaswerten handelt, wurde eine „pseudo“ Feinstaubplakette erstellt. 😉
Dabei geht es nicht darum, den Ausstoß hervorzuheben, sondern vielmehr darum zu zeigen, dass es sich um die Erhaltung eines Industrie/Kulturguts handelt, das naturgemäß nicht den heutigen Anforderungen entsprechen kann.

Auch die Rundumkennleuchte wurde wieder angeschlossen und gemeinsam mit dem Horn erfolgreich getestet.
- 7/4/26
Der Vorratskupplungskopf und der Bremskupplungskopf wurden samt der zugehörigen Leitungen zu den Behältern und Verteilern angeschlossen. Leider hält der Druck im Anhängerbremskreis aktuell nicht, sodass vermutlich ein Defekt am Kupplungskopf vorliegt. In der Folge bleibt die Warnleuchte der Bremsanlage aktiv. Da die Warnleuchte vor dem Anschluss der Leitungen ausgegangen ist, ist das Problem an den Kupplungen naheliegend.
Der Druck im Hauptsystem liegt hingegen stabil bei etwa 6 bar und ist somit in Ordnung.


Das Alu-Riffelblech für die Brücke wurde ebenfalls wieder montiert. Um Klappergeräusche zu vermeiden, wurde die Unterseite mit Moosgummiplatten versehen. So kann nun wieder Material transportiert werden, während die Brücke gleichzeitig geschont wird. Ein kleiner Kofferraum ist dadurch auch wieder vorhanden.



- 26/3/26
Heute war es soweit – der große Tag: TÜV.
Und vorweg: Alles hat gepasst, ohne Mängel bestanden.
Die überholten Bremsen haben überzeugt, auch die Handbremse funktionierte einwandfrei – hier wurden zuvor ebenfalls die Seile erneuert (das einstellen war dann etwas Tricke) . Die Abgasprüfung wurde ebenfalls erfolgreich bestanden.
Mehr kann man sich kaum wünschen – die nächsten zwei Jahre sind damit gesichert.
Damit ist eine erste große Restaurationsphase über rund fünf Monate erfolgreich abgeschlossen. Natürlich geht es weiter: Einige Arbeiten, die für den TÜV nicht relevant waren, stehen noch an – dazu gibt es bald mehr hier im Blog. 😉


Vielen Dank für die vergangene Zeit – es hat jederzeit großen Spaß gemacht.
Anbei noch ein paar Impressionen von unserer Grube – so hat ihn auch der TÜV gesehen.



- 23/3/26
Jetzt geht es raus aus der Halle – zunächst elektrisch bewegt, damit beim ersten Startversuch nicht gleich die Werkstattdecke schwarz wird. Das erste Anlassen nach sechs Monaten Restaurationspause war dann direkt beim ersten Versuch erfolgreich.


Screenshot
Nach der ersten Probefahrt von rund zwei Kilometern, um die Bremsen einzufahren, wurde zunächst der Werkstattstaub abgewaschen. Öldruck, Luftdruck und Bremsverhalten waren während der Fahrt durchweg in Ordnung. Auch der Kühlwasserkreislauf funktioniert einwandfrei, und die neu überholte Heizung erfüllt ebenfalls zuverlässig ihren Zweck.

Anschließend wurde die Brücke wieder aufgesetzt und die neu lackierten Bordwände montiert. Damit ist der Unimog nun wieder vollständig komplett.




Nach einer weiteren Probefahrt zum Tanken (Dieselpreis: 2,30 € pro Liter!) ging es anschließend für den Getriebeölwechsel auf die Grube.

Das Fahrerhaus wurde abschließend noch aufpoliert, damit es wieder seinen Glanz erhält.
Als nächster Schritt wird noch die Handbremse eingestellt, anschließend geht es in dieser Woche zum TÜV. Ein weiterer Bericht folgt.
